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Der kieferorthopädische Urlaubs-"NOTFALL" — Totalschaden an der Spange und sonst?

Quasi Totalschaden!

Der kieferorthopädische Urlaubs-"NOTFALL" Totalschaden an der Spange und sonst?
Die Realität: Apparatur (abnehmbar oder festsitzend) defekt, gebrochen oder Tragekomfort beeinträchtigt.
Schmerzen, die Patienten / Bezugspersonen nicht selbst beseitigen können, sind sehr, sehr selten.
Dann
hilft jeder Zahnarzt an jedem Urlaubsort der Welt.
Definition notfallmedizinischer Versorgung / AUSZUG:
Notfallpatienten sind alle Patienten, bei denen Störungen vitaler Funktionen vorhanden, zu befürchten oder nicht sicher auszuschließen sind. Dies kann seine Ursache in Traumata, akuten Erkrankungen oder Vergiftungen haben.
Das Landesberufsgericht für Zahnärzte in Stuttgart hat sich in seiner Entscheidung vom 07.10.2000, LNs 3/00, die Definition des Notfalls der DGZMK zu eigen gemacht und zudem ergänzt, dass „ein Notfall aber auch dann vorliege, wenn die/der Zahnärztin/Zahnarzt nur durch ein als baldiges Handeln seinen allgemeinen Berufspflichten aus § 1 (alt) der Berufsordnung für Zahnärzte nachkommen könne. Dazu gehöre nach richtigem Verständnis im ärztlichen wie zahnärztlichen Bereich auch die Beseitigung oder Millderung von Schmerzen. Ob zur Behebung des Schmerzzustandes im Einzelfall ein sofortiges ärztliches Handeln erforderlich sei, bemesse sich nicht nur nach der Intensität des Schmerzes, sondern auch nach dem vorhersehbaren Umfang der gebotenen zahnärztlichen Leistung und der jeweiligen Situation des Patienten, auch nach der Frage, ob sich der Patient selbst helfen könne (vgl. Landesberufsgericht für Heilberufe beim OVG Rheinland-Pfalz, U. v. 01.12.1982, HeilBGE A1.1, Nr. 3.16)“. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgericht Köln (U. v. 16.06.1999, Az: 5 U 160/97) verfolgt eine Notfallbehandlung lediglich das Ziel, die Schmerzfreiheit des Patienten herbeizuführen.
Aktueller Fall, dem BDK hergereicht. Sicher richtig & vorab festgestellt: Patientenzufriedenheit und Service ist alles.
NRW: 12jähriges Mädchen, Vater Journalist, Mutter Lehrerin kehren nach 3 WochenUrlaub (MEXIKO) zurück: Spange defekt - keine Trauma-Anamnese. Die behandelnde KFO-Praxis sei noch bis 06.08.09 geschlossen. (Urlaub! - nicht Influenza A/H1N1).
Die Vertreterpraxis hatte die diversen Typen div. fehlender Brackets nicht vorrätig, vorheriger Drahtbogentyp u. -stärke war nicht zu ermitteln. Übrigens in beiden Kiefern und seit 2 Wo. fehlend, wie das Mädchen - völlig erstaunt über die Aufregung der Eltern - der Empfangsdame noch hat " stecken" mögen).
KFO-Befund: Grenzsituation zur Extraktionstherapie. Davon sei bereits vor Beh.-Beginn die Rede gewesen und die Entscheidung, abhängig von der zwischenzeitlichen Reaktion - für nach den Ferien angekündigt. Die Vertreterpraxis unternahm nichts, vertröstete Patientin u. Eltern und empfahl, sich bis bei Urlaubsende gleich in der Behandlerpraxis zu melden.
Die gesetzliche Kasse habe daraufhin sofortige Beschwerde bei Zahnärztekammer und KZV angeraten sowie Prüfung auf unterlassene Hilfeleistung / Kassenentzugsverfahren.
- Fortsetzung folgt also: - Doctorshopping, Zweitmeinung [lt. Konkretisierung des BEMA / Positivlisten: "Alternativen nicht gefragt"]

 
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