Blogeintrag Detail

Weiterhin Nachrichtenflaute um GOZ-§§-Teil

Nichts Neues gegenüber dem 17.01.08 (s.u.)
Lediglich den periodischen "Klartext" der BZÄK haben einige Kammern, www.zänd.de/ Freier Verband Dt. ZÄ, die DZW u.a. verbreitet bzw. auszudeuten versucht. Der diesbezügliche "Klartext" lautete aktuell:
Die Mitglieder in der Arbeitsgruppe GOZ des BMG - Beihilfe, PKV und Bundeszahnärztekammer sowie Bundesärztekammer - haben für die nächste Sitzung ein Arbeitspapier mit den Allgemeinen Bestimmungen der GOZ erhalten. Das Papier bündelt die Vorstellungen im BMG zum zukünftigen "Paragrafenteil", ist jedoch ausdrücklich lediglich Arbeitsmittel für die anstehenden Beratungen und kein offizieller Entwurf des BMG.
Das BMG hat das Arbeitspapier verbunden mit der nachdrücklichen Bitte um strikt vertrauliche Behandlung zur Verfügung gestellt. Aus Achtung dieser Bitte und in der Gewissheit, dass eine Missachtung der eingeforderten Vertraulichkeit die Stellung der Bundeszahnärztekammer bei den anstehenden Gesprächen belasten würde, verzichtet die Bundeszahnärztekammer bewusst darauf, Details des Entwurfes bereits im Vorfeld öffentlich zu diskutieren.
Wir sind es den Interessen der Zahnärzte schuldig, die uns auferlegten Schranken bei der Weiterleitung des Entwurfes zu beachten, um nicht Chancen zu verspielen.

Inzwischen scheint die Vertraulichkeit durch andere verletzt worden zu sein, da bereits eine Reihe von Kommentaren und Synopsen kursieren. Die BZÄK ist nun in der schwierigen Situation, auf die täglich gestellten Anfragen zu den Problemen aus den Neuformulierungen der GOZ Stellung zu nehmen. Um zu verhindern, dass Fehlinterpretationen zu unnötiger Aufregung führen, hält es die Bundeszahnärztekammer für geboten auf folgende Punkte - die in unterschiedlicher Art als Forderungen von BZÄK, PKV oder Beihilfe jeweils gesondert bereits im Vorfeld Gegenstand der Erörterungen waren - hinzuweisen:

    • Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Änderungen am Allgemeinen Teil der GOZ vorrangig bestehendes Recht nochmals fixieren und dazu ergangene Rechtsprechung umsetzen. So sollen Lagerhaltungskosten analog Urteil zukünftig ausdrücklich mit den Praxiskosten abgegolten sein.
    • Bekanntlich wünscht sich die PKV die Möglichkeit, in Verträgen mit Zahnärzten und Gruppen von Zahnärzten die Vergütung abweichend von der GOZ festzulegen und Näheres zur Abrechnung zu vereinbaren. Mit dieser Regelung werden u. a. neuen Einkaufsmodellen die Tür geöffnet. Die Bundeszahnärztekammer wird die Gefahren einer solchen Regelung aufzeigen, zumal nicht beabsichtigt scheint, den Zahnärzten die Möglichkeit zu geben, sich in der Vereinbarung mit den Patienten ebenfalls komplett von der GOZ zu lösen. Chancen und Risiken werden abzuwägen sein.
    • Ebenfalls eine Forderung der PKV ist es, bei den Kosten für zahntechnische Leistungen die BEL als Obergrenze zu definieren. Das BMG plant, ein Überschreiten der BEL-Preise zukünftig von einer gesonderten Vereinbarung zwischen Patient und Zahnarzt abhängig zu machen.
    • Das Bewegen innerhalb des Gebührenrahmens bleibt wohl im Wesentlichen unverändert, lediglich dem Bemessungskriterium Zeitaufwand wird ein höherer Stellenwert eingeräumt.
    • Daneben beabsichtigt das BMG im Wesentlichen die Unterschiede zwischen GOÄ und GOZ zu beseitigen, so etwa bei den Regelungen zum Wegegeld, den Reisekosten oder den Gebühren für stationäre Leistungen. Allerdings wäre es konsequent. dies auch auf die Regelung zum Ersatz der Auslagen gemäß § 10 GOÄ auszudehnen. Eine solche Regelung fehlt bislang in dem Arbeitspapier des BMG.
Die Gespräche der Arbeitsgruppe des BMG werden Ende Februar (ggf. Mitte März) fortgeführt. Die BZÄK geht davon aus, dass nach dieser Sitzung die Detailfragen erörtert und Einschätzungen aus der Sicht der BZÄK offiziell erteilt werden können. Die Bundeszahnärztekammer wird - eingebunden in ein Konzept der Öffentlichkeitsarbeit - die Kollegenschaft im Detail über den Verordnungstext sowie über dessen Beurteilung informieren.

Der BDK kann und wird sich nach wie vor solcher Indiskretionen stets enthalten. Im Juli 07 bereits war es sehr schwierig, den unbegründeten Verdacht der Veröffentlichung des vertraulichen Entwurfs befördert zu haben. Allerdings muss eingeräumt werden, dass eine Kfo-Praxis - subtiler Gebührenpolitik sonst eher fernstehend - unauthorisiert und auch nicht aus BDK-Bundesvorstands-Unterlagen einen Emailverteiler damit bedient hatte. Abrupt und sofort versiegten wieder die in Sysiphusarbeit entwickelten Kanäle unverzichtbarer Arbeitsmaterialien an die Kieferorthopäden. - Prüfen Sie selbst: Ihr damaliger fachzahnärztlicher Informationsgewinn aus dem > 60-Seiten-Konvolut versus einem immensen Erläuterungs- und Gesprächsaufwand zwecks Schadensbegrenzung (soweit möglich und man noch gehört wurde) sowie vertrauensbildenden Maßnahmen durch Ihren BDK-Bundesvorstand. Tatsächlich brauchte es viele Wochen, um als Berufsverband wieder in den sachlichen Informationsfluss einbezogen zu werden. Also: Auch der BDK bleibt es den Interessen der Kieferorthopäden schuldig, die ihm auferlegten Schranken bei der Weiterleitung des §§-Entwurfes zu beachten, um nicht Chancen zu verspielen.
Leider und ebenso ist nicht neu: Die Punktzahlen der Leistungen, die in der vertragszahnärztlichen Versorgung gegenüber anderen Leistungsbereichen mit einem um rd. 15 v.H. niedrigeren Punktwert vergütet werden, wurden entsprechend dieser Differenz abgesenkt, um in der GOZneu ein einheitliches Bewertungsgefüge herzustellen, das dem Bewertungsgefüge des Bema unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bema-Punktwerte entspricht. Dies betrifft die prothetischen und kieferorthopädischen Leistungen. Damit wird für die mit dem Bema vergleichbaren Leistungen der GOZneu erreicht, dass deren Vergütung bei Anwendung eines einheitlichen GOZ-Punktwertes jeweils den gleichen Abstand zu der in der vertragszahnärztlichen Versorgung für die vergleichbaren Leistung des Bema gezahlten durchschnittlichen Vergütung erreicht. (Zitat aus GOZneu-Entwurf des BMG v. Oktober2007)

 
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