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Luxemburg, Belgien: Zwar mehr Geld für Kassen-KFO-Erstattung

Bild: Luxemburger Tageblatt
http://www.gouvernement.lu/gouvernement/membres/di_bartolomeo/index.htmlMars di Bartolomeo

- Folgen für Fortschritt und Qualität in der regionalen Kieferorthopädie?



Unsere deutschen FZA-Kollegen mit (Zweig-) Praxen in Luxemburg und Belgien kennen die Zuschuss-Diskussion in den Ländern.

Luxemburger Tageblatt heute - Korrespondent: Léon Marx
Der luxemburgische Gesundheits- und Sozialminister

Mars di Bartolomeo (LSAP D'Sozialisten)möchte Kassenanteil bei Zahnspangen für Kinder heraufsetzen.

Bereits Anfang des Jahres habe er den Sozialpartnern in der Krankenkassenunion empfohlen, die Beteiligung an den Kosten von Zahnspangen für Kinder zu erhöhen. Eine Expertenstudie zu der Thematik liege bereits seit einiger Zeit vor, betonte Mars di Bartolomeo. Der gleiche Experte sei ebenfalls damit beschäftigt, die Krankenkassen und die Krankenkassenunion auf dem Weg hin zu der neuen Gesundheitskasse zu begleiten, die im Rahmen der Umsetzung des „statut unique“-Gesetzes zum 1. Januar 2009 entstehen soll. Mars di Bartolomeo hatte sich bei seinem Amtsantritt als Minister
(2004) den Ausbau der Präventivmedizin auf die Fahne geschrieben. In einer ganzen Reihe von Bereichen konnten inzwischen auch bereits Vorsorgeprogramme in die Wege geleitet werden. Zahnspangen erfüllten zwar in gewissem Sinne auch eine präventive Mission, sie gehören aber zum Fachbereich der Kieferorthopädie und die Leistungen sind, genau wie die von Implantaten oder dritten Zähnen, durch den Leistungskodex der Krankenkassen geregelt. Unter den Sozialpartnern laufen derzeit Diskussionen, den Bereich der Zahnmedizin einer generellen Neubewertung (!) zu unterziehen. Das wird aber sicherlich ein längerer Prozess, unterstellt Mars di Bartolomeo. Er wolle sich aber weiter dafür einsetzen, den Teilbereich der Zahnspangen prioritär einer Revision (!) zu unterziehen. Auf die Initiative der belgischen Föderalregierung, ab dem 1. Juli 2008 zahnmedizinische Behandlungen bei Kindern bis zu 15 Jahren (s. Spanien) ganz zurückzuerstatten, reagiert Mars di Bartolomeo eher gelassen. Der belgische Vorstoß sei eine Reaktion auf zum Teil erschreckende Zahlen. Bis zu 60 % der Kinder wiesen bei Untersuchungen Probleme mit der Zahngesundheit auf. Wobei sich die Probleme besonders bei Kindern aus sozial schwachen Familien häuften. Das luxemburgische Kassensystem sei im internationalen Vergleich eines der besten, glaubt Mars di Bartolomeo. Die Krankenkassen differenzieren in Luxemburg nicht zwischen Kindern und Erwachsenen. Die Grundbetreuung (50 Euro), zwei Konsultationen pro Jahr, werden zu 95 % zurückerstattet. Die normalen zahnmedizinischen Behandlungen werden zu 80 % zurückerstattet. Mars di Bartolomeo gibt sich überzeugt: Mit diesem System sei die finanzielle Belastung für eine Familie in Luxemburg niedriger als in Belgien, wo zwar die Kinder jetzt kostenlos behandelt werden, die Eltern aber vergleichsweise hohe Selbstbeteiligungen für ihre eigene Behandlung bezahlen müssen. 

 
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