Blogeintrag Detail

Behandlungsstau bei Privatversicherten

Der BDK hat vor der Misere hier laufend gewarnt, publiziert, unablässig moniert und angeklagt.
Umfassende, fortlaufende, fachzahnärztliche Befunderhebung, Diagnostik und Therapie wird durch das Ablehnungsmanagement der PKVen zunehmend abgewürgt. Soll die qualitätssichere Kieferorthopädie im Privatsektor " an die Wand gefahren werden"? Kieferorthopädische Praxen werden täglich überschüttet mit mehrseitigen Textbausteinen in bürokratisch aufgemöbelten Anfragen privater Erstattungsstellen, regelmäßig im Tenor von Betrugsunterstellungen. Irregeführte, versicherungsgläubige Patienten lassen sich gar zu gerichtlichen Klärungsversuchen verleiten - Ausgang jeweils offen, aber regelmäßig teurer als die Streitwerte.
Unsere Kassenpatienten wissen mittlerweile, was ihnen "auf Kasse" noch zusteht und was nicht. Einzelne PKVen hingegen, pflegen unter Berufung auf die bestellten Gefälligkeits-
"Gutachten" ihrer Beratungszahnärzte immer noch überrissene, abwimmelnde Erstattungsverweigerung. Fachzahnarztpraxen verzichten zunehmend auf Pflege dieser Brieffreundschaften und laufend weiter geschürter Konflikte.
Vermehrt wird dieser BLOG in den letzten Monaten nun auch von PKV-Teamleitern, Journalisten, Politikern und nicht zuletzt von Versicherungsnehmern besucht (
Ø 95/Tag).
Umdenken und neue Töne bei PKVen?
Fairnessbemühen und Umdenken einzelner Versicherer könnte sich nun ankündigen mit neuen beispielhaften Erstattungsbescheiden. So schrieben jüngst
die CENTRAL (ZITAT): Die Position 200a, Glattflächen-Versiegelung kann bei der Kostenzusage nicht berücksichtigt werden. Die Bracketumfeldversiegelung geht über die medizinisch notwendige Heilbehandlung hinaus und kann daher lediglich als Verlangensleistung berechnet werden.
Als Behandlungen auf Verlangen bezeichnet man diejenigen zahnärztlichen Leistungen, die über das Maß einer notwendigen Versorgung hinausgehen, aber von ihrem Wesen her zur Behandlungsoptimierung beitragen.
Eine der wichtigsten Patientenaufgaben wahrend einer Behandlung mit festsitzenden Geraten ist neben der Mitarbeit eine exzellente Mundhygiene Bei dieser Behandlung besteht keine Gefahr für den Zahnschmelz, solange alle Beläge um die Brackets herum ordentlich und gewissenhaft entfernt werden.
Verbleiben die Beläge über eine längere Zeit auf dem Zahnschmelz, so kommt es zu einer Demineralisation des Zahnschmelzes. Dies äußert sich In weißen bis bräunlichen Flecken auf dem Zahn. Besonders häufig sieht man diese Entkalkungen am Bracketrand, vor allem zwischen Bracket und Zahnfleischsaum. Diese Demineralisierung ist nicht rückgängig zu machen... und weiter:
Um die Gefahren einer Demineralisation des Zahnschmelzes auf ein Minimum zu reduzieren, besteht die Möglichkeil, vor dem Einsetzen der festsitzenden Apparatur die Zahnflächen mit einem fluoridabgebenden Bonding zu versiegeln. Diese Versiegelung befreit natürlich nicht von der Notwendigkeit einer gewissenhaften Mundhygiene Sie soll lediglich das Risiko von Erkrankungen minimieren. (Ende des Zitats)
die ALLIANZ (ZITAT): Die Ziffer 602 ist pro Sitzung 2 x abrechenbar.
die AXA (ZITAT): ca. 60 € für Duplikat-Modelle (Anm.: zwecks Vorlage beim Beratungszahnarzt) werden bezahlt...
Zum zeitgemäßen Leistungsstandard gegenüber der alten GOZ (aus 1987) hatte der Berufsverband Deutscher Kieferorthopäden (BDK) eine autonome Honorarordnung für Kieferorthopäden (HOK) entwickelt und schon Anfang 2006 vorgelegt, die von den deutschen Hochschullehrern und der DGKFO wissenschaftlich bestätigt ist. Sie findet sich weitestgehend gespiegelt / übernommen in der HOZ der Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

 
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