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KFO-Behandlung von Privat-(Zusatz-)Versicherten notleidend - warum?

Regelfall (1), missbrauchte Erstattungs-Bürokratie: z.B. die Verordnung (Rp.), Überweisung > MKG, CMD etc.

Bürokratie-Schrittliste für Netzwerke:
1) Kieferorthopäde verordnet Logopädie, MFT, Physiotherapie (i.Z. mit CMD), HNO-Konsil u./o.ä.m.
2) Hilfeleistungen werden vom KFO und den zugezogenen Disziplinen ("Leistungserbringer*)erbracht und in Rechnung gestellt.
(Kieferorthopäden-Liquidation z.B.: GOZ-Nr. 001 + GOÄ-Nr. 1 je 3,5fach = knapp 36 €)

Folgendes Routineprogramm läuft jetzt an, Schritt für Schrit:
3.1) Versicherter Zahlpflichtiger reicht Rechnungen ein bei Erstattungsstelle/PKV
3.2) Erstattungsstelle/PKV schreibt an Versicherten: Erstattung noch nicht, da weitere Klärung notwendig
3.3) Versicherter zahlt nicht, weil Erstattung noch aussteht
3.4) Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" schicken 1. Mahnung an Zahlpflichtigen

4.0) Erstattungsstelle/PKV erklärt die "Begründungen für > 2,3fach" für nicht ausreichend (hier nicht das Thema, dazu s.o. rechts)
4.1) Erstattungsstelle/PKV verlangt parallel vom verordnenden, überweisenden Kieferorthopäden sowie vom "Leistungserbringer"auf 4-6 Blättern die Beantwortung von 7-10 ausformulierten, 4-8 zeiligen Fragen.
4.2) In der Regel fehlt die Schweigepflichtentbindung für den Einzelfall
4.3) Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" schreiben - jeder für sich und seine Rechtssicherheit - an die PKV und verlangen die Schweigepflichtentbindung für den Einzelfall
4.4) Erstattungsstelle schreibt: Es liege bei ihr eine generelle Schweigepflichtentbindung vor.
4.5) Kieferorthopäde
sowie "Leistungserbringer" antworten daraufhin richtig und schriftlich: "diese ist unwirksam"
4.6) 3 Wo. verstreichen, Schweigepflichtentbindungen werden schließlich an die Praxen nachgereicht


4.7) Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" schicken 2. Mahnung oder Mahnbescheid an Zahlpflichtigen
4.8) schriftl. Vergütungsangebot der PKV für o.a. Beantwortung - falls überhaupt: GOÄ-Nr. 75, 1-fach = ca. 7,50 €
4.9) Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" erklären - jeder für sich - schriftlich: o.a. GOÄ-Nr. 75 dafür nicht zulässig.
4.10) weitere 2 - 4 Schriftwechsel über die richtige und angemessene Entschädigung/Vergütung (> 3,38 €/Min, siehe Prognos).
4.11) ....., 4.12) ....., 4.13) .....
4.14) Zahnärztekammer sowie Ärztekammern (zwar ebenso hilflos, aber mit sicheren Bezügen, getragen ausschließlich aus den 3- bis 4stelligen jährlichen Zwangs-Beiträgen von Kieferorthopäden- sowie "Leistungserbringer"-Praxen) werden tätig nach eingegangener Beschwerde des Zahlpflichtigen. Verlangt werden schriftliche Stellungnahmen mit 2 - 3 Wo. Fristsetzung.
4.15) Kieferorthopäde
sowie "Leistungserbringer" müssen (!) ihren Kammern antworten (2 Seiten).
4.16) günstigenfalls kommt es zur Einigung über die Bewertung der Anfragebearbeitung (Vorkasse! - s.u.)
4.17) Fragebögen, von Kieferorthopäde
sowie "Leistungserbringer" unabgestimmt beantwortet, gehen bei Erstattungsstelle/PKV ein.
4.18) Erstattungsstelle/PKV gleicht ab und sucht nach Diskrepanzen, Umdeutungs- und Missvertsändnismöglichkeiten der unabgestimmt von Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" beantworteten Anfragen.
4.19) Gegen den Mahnbescheid geht ein erstes sach- und GOZ-unkundiges Schreiben des privaten Zahlpflichtigen-Anwalts (Rechtsschutz) ein beim Kieferorthopäden sowie "Leistungserbringer":
"Die Liquidation ist nicht fällig, weil......"


5.1) Erstattungsstelle/PKV schreibt erneut Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" an (... nicht nachvollziehbar, da abweichende Wortwahl (z.B. Dyskinesie/Dysfunktion), daher weitere Erläuterungen notwendig etc.)
5.2) Zweites sach- und GOZ-unkundiges Anwaltsschreiben des Zahlpflichtigen geht ein mit Bezug auf die, bei der PKV aufgeworfenen und behaupteten, Diskrepanzen.
5.3) Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" schalten jetzt ihren Anwalt ein oder verzichten entnervt auf ihre Vergütungen. So ist der Vorgang allerdings nicht abzuschließen, denn ...
5.4) Zahnärztekammer sowie Ärztekammern verlangen weitere Stellungnahmen / Sachstandsbericht aufgrund von weiterer dort eingegangener Schreiben des Zahlpflichtigen-Anwalts
5.5) Wiederholung von 4.15) Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" müssen (!) ihren Kammern wiederum antworten (2 Seiten).
5.6) Falls Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer" die schriftlich zugesagte Vergütung nicht durch Vorkasse bereits realisiert haben, bleibt diese regelmäßig aus. Denn die Erstattungsstelle wird Nichterfüllung des Geschäftsbesorgungsvertrages / der Anfragen-Beantwortung geltend machen, "weil nicht erschöpfend,... Fragen offen, ... unvollständig etc."
5.7) . . . . . . . . .
5.8) . . . . . . . . .

Ergebnis für Kieferorthopäde sowie "Leistungserbringer":
1) eingehende > 20 Seiten gesichtet, gelesen, gelocht, weggeheftet und > 15 x wiedergefunden/-gelesen (2 - 4 Praxis-/WE-Stunden, Anfänger/Beginner sind - anfangs - schneller)
2) ausgehende > 15 Seiten diktiert / geschrieben, versandt, Durchschriften gelocht, weggeheftet und > 15 x wiedergefunden/-gelesen (3 - 5 Praxis-/WE-Stunden, s.o.)
3) Die Patientenakte ist jetzt inkl. Notizen 20 mm dick
4) Praxis-Goodwill, Patient und 1 Tag gut gelaunte Lebenszeit verloren.

Bei der nächsten Verordnung zu Lasten ebender Erstattungsstelle wiederholen sich Bürokratiemissbrauch und Methode jedenfalls genau so; zwecks Erziehung der Kieferorthopäden und "Leistungserbringer" , und zwar solange bis ...*)

NB: Mitlesende Versicherungsnehmer / Beihilfeberechtigte dürften aus diesem Regelvollzug bitte keinesfalls schließen, dass irgend eine notwendige Hilfeleistung u./o Verordnung unterbleibt!

- - (wird mit weiteren alltäglichen Praxis-Beispielen aus BDK-Anfragen fortgesetzt) - -

.*) Na, bis die Beteiligten endlich begriffen haben. QUIDQUID AGIS PRUDENTER AGIS ET RESPICE FINEM (personamque)

A) Zum Referentenentwurf verweist der BDK auf Verlautbarungen der BZÄK, BDK-Info, ZM, Post aus Berlin
B) Von entsprechenden Kursen rät der BDK-Bundesvorstand ausdrücklich ab
C) Weder zensiert, noch bewertet oder verantwortet der BDK die Werbeaussagen im offenen Anzeigenteil der BDK-Info-Hefte

 
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