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KZV und AVL (sog. "Außervertragliche Leistungen")

Gekniffen (engl. pinched) oder drauf gepfiffen? KZV-Umgang mit AVLs
Klar: das ist legitim, soweit Zusatz-/Wunschleistungen gemäß Mehrkostenvereinbarungen und Positivlisten mit Leistungen der kieferorthopädischen Grundversorgung verrechnet werden. Auch die Erläuterung der komplexen Abrechnungsbestimmungen gegenüber anrufenden GKV-Versicherten über Hotlines der KZVen werden von Kieferorthopäden intensiv unterstützt und begrüßt.
Jedenfalls: KZVen suchen und erproben neue und erweiterte Betätigungsfelder.
Dürfen sich KZVen nun auch in reine Privatabrechnungen einschalten?
Dem BDK-Gebührenreferat wurde mal wieder eine Mitglieder-Anfrage vorgelegt, wie KZV-Dienste für GKV-Versicherte und gegen KZV-Mitglieder zu bewerten seien, und zwar die Entgegennahme/Sichtung seitens einer KZV mit Bearbeitungs-Bürokratie, Privatrechnungs-Prüfung, Rechtsberatung, Aufforderung der Praxen zu Stellungnahmen / Schriftwechsel zu reinen AVL-Rechnungen gem. GOÄ/GOZ bzw., ob derartige KZV-Nachfragen an Praxen überhaupt zu beantworten seien. Desweiteren, ob dieses zunehmende Tätigkeitsfeld aus KZV-Beiträgen finanziert werde, ob dort Personalüberhang bestehe etc. bis hin zur Frage, ob es sich quasi um Außervertragliche Leistungen der KZV handle, finanziert aus den Zwangsbeiträgen der Vertragszahnärzte. Diese Beiträge würden als Honorarabzüge von den KZVen einbehalten aus den abgerechneten Kassenleistungen.
Bei ähnlich mangelhafter Abgrenzung, Bewirken oder Vermischen von eindeutigen Privatleistungen im GKV-Bereich sei eine Kassenpraxis sogleich bedroht von Strafrecht und Disziplinarstrafen, Geldbußen bis hin zum Entzug der Kassen-Zulassung (über eben diese KZV).
Der Praxis wurde jedenfalls empfohlen, ihrer KZV fristgerecht und satzungsgemäß zu antworten.
Benachbarte Bestimmungen und Literatur, z.B SGBV
- §§ 81a,197a Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen; Kontrollbefugnisse nach § 67c Abs. 3 ,X. Buch.. Kassenärztlichen Vereinigungen (...) u. (...) die Spitzenverbände der Krankenkassen. (...) nehmen Kontrollbefugnisse wahr und haben zusammenzuarbeiten.
- § 12 Abs.3 Hat die Krankenkasse (...) Leistungen (...) entgegen geltenden Recht erbracht (...) hat die Aufsichtsbehörde (...) das Vorstandsmitglied auf Ersatz des aus der Pflichtverletzung entstandenen Schadens in Anspruch zu nehmen. (...)
- u.a.m.

 
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