• roentgen-bilder-auf-screen.jpg
  • maedchen-kfo-mit-zahnspange.jpg
  • junge-auf-dem-zahnarztstuhl.jpg
  • BDKinfo_3_2020_Titel_10.jpg
  • maedchen-kfo.jpg
  • kfo-mit-gebiss-und-zahnspange.jpg

Meldungen

Europäischer Konsens: "Do-it-yourself-Kieferorthopädie" ist gefährlich für Patienten

Mit großer Sorge beobachten Zahnärzte und Kieferorthopäden in ganz Europa die zunehmenden Aktivitäten von Start-up-Unternehmen, die kieferorthopädische Behandlungen mit Alignern per Post, ohne ordnungsgemäße Diagnostik und ohne regelmäßige klinische Überwachung bewerben und verkaufen. Diese Unternehmen preisen ihre Dienstleistungen oft als erschwinglich, schnell und sicher an, obwohl sie nicht den erforderlichen zahnmedizinischen Standards entsprechen. Eine kieferorthopädische Behandlung ohne ordnungsgemäße Diagnostik und regelmäßige klinische Überwachung birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit der Patienten.

 

Deshalb haben sich unter Koordination der EFOSA, der European Federation of Orthodontic Specialists Associations 31 zahnärztliche und kieferorthopädische Fachgesellschaften, Verbände und Institutionen aus 25 Ländern zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Erklärung über die fragwürdige Fernbehandlung von Zahnfehlstellungen zu unterzeichnen und uneingeschränkt zu unterstützen. In dieser Gemeinsamen Erklärung werden die grundlegenden Anforderungen an jede kieferorthopädische Behandlung dargestellt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie, der BDK und das German Board of Orthodontics and Orofacial Orthopedics haben sich dieser Erklärung angeschlossen.

Behandlungen ohne gründliche klinische Untersuchung des Patienten vor Ort, Röntgenaufnahmen und regelmäßige klinische Überwachung sind potenziell gesundheitsgefährdend. Die ausschließliche Selbst- und Fernbehandlung ist aus medizinischer Sicht nicht zu rechtfertigen und stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen die medizinischen und zahnmedizinischen Standards dar.
 
Die Gemeinsame Erklärung zur Fernbehandlung von Zahnfehlstellungen ist in dreizehn Sprachen verfügbar. "Die Einstimmigkeit der europäischen Kieferorthopäden macht deutlich, dass Kieferorthopädie mehr ist als nur das Ausrichten der Frontzähne, es geht um einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem das Wohl des Patienten im Mittelpunkt unserer Behandlungen steht", sagt Prof. Dr. Dr. Christian Scherer, der das Projekt für die EFOSA koordiniert hat. "Jeder Patient sollte darauf achten, dass die in der Gemeinsamen Erklärung formulierten Grundanforderungen auch bei seiner Behandlung beachtet werden, damit die Behandlung sicher durchgeführt werden kann."
 

Die Gemeinsame Erklärung steht hier zum Download bereit.

Stellungnahme zur Eingliederung von Retainern nach „Do-It-Yourself“-Korrekturmaßnahmen

Immer häufiger wenden sich Patienten an Fachzahnärzte für Kieferorthopädie und bitten um die Eingliederung eines festsitzenden Retainers, nachdem eine Behandlung durch ein Unternehmen durchgeführt wurde, dasauf eine ordnungsgemäße Anfangs- und Verlaufsdiagnostik sowie Behandlungskontrollen verzichtet hat. 

Prof. Dr. Ingrid Rudzki und Prof. Dr. Dankmar Ihlow, die bereits mit dem Lehrbuch "Kieferorthopädische Retention - Kriterien, Regeln und Maßnahmen zur Rezidivprophylaxe" hervorgetreten sind, haben hierzu auf Bitten des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden eine wissenschaftliche Stellungnahme abgegeben. 

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Retention eines kieferorthopädischen Befundes, der nicht als individuelles Optimum eingestuft werden kann, z.B. weil ausschließlich eine Korrektur der sichtbaren Zähne (social six) erfolgt ist, Risiken für Probleme im gesamten stomatognathen System bedingen. 

Bei der Retention von Ergebnissen, bei denen behandlungssystembedingt die Wahrscheinlichkeit einer unzureichender Diagnostik besteht, sollte daher mit größter Zurückhaltung gehandelt werden.

Die Stellungnahme zur Eingliederung von Retainern nach „Do-It-Yourself“-Korrekturmaßnahmen finden Sie hier.

Kontinuität an der Verbandsspitze

Am 23.04.2021 wählten die Mitglieder im Rahmen einer virtuellen Mitgliederversammlung den Bundesvorstand des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden. Als 1. Bundesvorsitzender wurde mit 98% der abgegebenen Stimmen Dr. Hans-Jürgen Köning aus Berlin wiedergewählt, der den Verband bereits in den vergangen drei Jahren geführt hatte.

 

2. Bundesvorsitzende des BDK wurde Sabine Steding aus Hannover, die bislang Beisitzerin im Bundesvorstand war. Sie folgt in diesem Amt auf Prof. Dr. Anton Demling.

 

Weiterhin als Beisitzer im Bundesvorstand vertreten sind Dr. Philipp Eigenwillig aus Brandenburg adH, Dr. Mathias Höschel aus Düsseldorf, Dr. Thomas Miersch aus Esslingen und DS Lorenz Bräuer.

 

Neu in den Bundesvorstand wurde Dr. Moritz Försch aus Oppenheim gewählt.

 

In seinem Bericht machte der alte und neue Bundesvorsitzende Dr. Köning deutlich, vor welchen Herausforderungen die Kieferorthopädie steht und mahnte Geschlossenheit des Berufsstandes an. Er dankte seinem Vorstandsteam und allen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern und machte deutlich, dass eine gute berufspolitische Vertretung nur mit einem guten Team möglich sei. Besonderer Dank für seine engagierte Arbeit für die Kieferorthopäden galt dabei Prof. Anton Demling, der aus persönlichen Gründen nicht wieder für ein Vorstandsamt angetreten war.

 

Nach seiner Wahl dankte Herr Dr. Köning den Mitgliedern für das Vertrauen und kündigte an, sich weiterhin gemeinsam mit dem Bundes- und Gesamtvorstand mit ganzer Kraft für die Interessen der deutschen Kieferorthopäden einzusetzen.

 

Berlin, den 26.04.2021

 

Pressemeldung vom 21.01.2021

 

Aligner-Behandlung: Vorsicht bei Insolvenz!

Kunden des insolventen Aligner-StartUps SmileMeUp und anderer Anbieter von Zahnstellungskorrekturen, die ihren Betrieb eingestellt haben, sollten sich dringend in kieferorthopädische Behandlung begeben, rät der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden. Während einer laufenden Behandlung sind die Zähne gelockert und können sich, wird die Behandlung ohne Weiteres abgebrochen, unkontrolliert verschieben. Dadurch können gravierende Schäden am Zahnhalteapparat und an den Kiefergelenken hervorgerufen werden.

SmileMeUp, ein gewerblicher Anbieter von Zahnkorrekturen mit transparenten Schienen (sog. Aligner) hat den Betrieb eingestellt. Das Insolvenzverfahren ist am 02.12.2020 eröffnet worden. Kunden berichten in verschiedenen Foren, dass das Unternehmen von einem auf den anderen Tag nicht mehr erreichbar gewesen sei. Diesen Kunden rät der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden dringend, sich bei einem Kieferorthopäden oder Zahnarzt vorzustellen.
Auch rein kosmetische Korrekturen der Zahnstellung stellen einen Eingriff in den Zahnhalteapparat dar. Während der Bewegungsphase, die gerade bei vielen Angeboten gewerblicher Anbieter mit großen Kräften geplant wird, kommt es zu – gewollten – Lockerungen der Zähne. Wird die Behandlung abgebrochen und ist der Behandler nicht mehr erreichbar, setzen sich die Prozesse im Zahnhalteapparat gleichwohl fort. Es kann zu unkontrollierten Zahnbewegungen und Fehlbissen kommen. Auch erhebliche Schäden am Zahnhalteapparat bis hin zum Zahnverlust sind nicht auszuschließen. Durch die Entstehung von Fehlbissen kann das Kiefergelenk geschädigt werden.


Um dies zu vermeiden, muss auch eine vorzeitige Beendigung der Behandlung zahnmedizinisch begleitet werden. „Patienten mitten in der Behandlung allein zu lassen, ist unverantwortlich. Hier realisiert sich ein typisches Risiko, wenn Medizin zum Spekulationsobjekt wird.“, so Dr. Hans-Jürgen Köning, Bundesvorsitzender des BDK. „Ich kann nur jedem Patienten, der seinen „Anbieter“ nicht mehr erreicht, dringend empfehlen, sich an einen Kieferorthopäden zu wenden. Wir lassen sie nicht allein.“

Einen Kieferorthopäden in der Nähe finden sie in der KFO-Suche unter www.bdk-online.org.

Berlin, den 21. Januar 2021

Diese Pressemeldung als PDF

Absage der Mitlgiederversammlung am 23.01.2021

 

Liebe Mitglieder,

zunächst wünsche ich ihnen allen ein gutes neues Jahr 2021 und wünsche uns allen, dass wir ein – zumindest im Hinblick auf die Corona-Pandemie ruhigeres Jahr vor uns haben, dass uns wieder ein normaleres Leben erlaubt.

Davon sind wir leider derzeit weit entfernt. Wie Sie alle wissen haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Bundesländer am vergangenen Dienstag den Beschluss gefasst, den Lockdown bis Ende Januar zu verlängern und die Maßnahmen sogar noch zu verschärfen.

Von dieser Entscheidung ist natürlich auch unsere Mitgliederversammlung betroffen, die wir am 23.01.2021 in Berlin durchführen wollten. Bei den geltenden Kontaktbeschränkungen, die es einigen Mitgliedern noch nicht einmal erlauben würden, anzureisen, ist die Absage der Veranstaltung leider alternativlos.

Bundes- und Gesamtvorstand werden nun gemeinsam erörtern, wann und wie wir in dieser schwierigen Situation weiter verfahren. Leider ist zu befürchten, dass zumindest im ersten Quartal des neuen Jahres nicht damit zu rechnen ist, dass sich die Lage so weit beruhigt, dass eine Durchführung unserer Mitgliederversammlung sicher möglich ist.

Wir werden Sie auf dem Laufenden halten. Bis dahin wünsche ich Ihnen

 

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

 

Ihr

Dr. Hans-Jürgen Köning
1. Bundesvorsitzender

Warnung vor Aligner-Anbietern: PlusDental und DrSmile scheitern mit Unterlassungsanträgen

Pressemitteilung vom 09.01.2020

Die gewerblichen Anbieter von Aligner-Behandlungen, PlusDental (ehemals Sunshine Smile) und DrSmile, sind vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, Warnungen vor ihren Geschäftsmodellen verbieten zu lassen.

PlusDental hatte in Schleswig-Holstein nach Kooperationspartnern gesucht. Dies nahm die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein zum Anlass, ihre Mitglieder vor möglichen berufsrechtlichen Risiken einer Kooperation mit gewerblichen Anbietern zu warnen. Die bekannten Kooperationsmodelle könnten, so die Zahnärztekammer, gegen verschiedene berufsrechtlicheVerbote verstoßen, insbesondere das Verbot der Zuweisung gegen Entgelt, das strafrechtlich auch als Bestechung bzw. Bestechlichkeit im Gesundheitswesen in §§ 299a, b StGB geahndet werden kann. Auch gegen das Gebot der gewissenhaften Berufsausübung könnte verstoßen werden.


PlusDental hielt diese Informationen für herabwürdigend und wettbewerbswidrig und beantragte im Wege der einstweiligen Anordnung, der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein derartige nformationen zu untersagen. Das Landgericht Kiel wies den Antrag bereits einen Tag später ohne mündliche Verhandlung zurück (LG Kiel Beschl. v. 27.11.2019; 5 O 325/19, nicht rechtskräftig). Es sei Aufgabe der Zahnärztekammer, ihre Mitglieder über neue Entwicklungen gesellschaftlicher und rechtlicher Art zu informieren. Insbesondere über Rechtsfragen müsse die Zahnärztekammer in hohem Maße mit der gebotenen Sachlichkeit und inhaltlichen Klarheit informieren, sodass ein Einschreiten der Kammer gegen ihre Mitglieder möglichst nicht erforderlich werde. In diesem Rahmen habe sich die Zahnärztekammer mit ihren Warnungen gehalten und, so das Landgericht, das Gebot der Sachlichkeit bei weitem nicht überschritten.


DrSmile, der zweite große gewerbliche Anbieter von Alignerbehandlungen, scheiterte erneut vor dem Landgericht Düsseldorf. Das Gericht hatte bereits im März 2019 nach summarischer Prüfung einen Antrag von DrSmile zurückgewiesen, der dem BDK-Vorsitzenden Dr. Hans-Jürgen Köning unter anderem die Aussage verbieten sollte, die Behandlung bei DrSmile stelle eine eindeutige Unterschreitung des zahnmedizinischen Standards in Diagnostik und Therapie dar. Nun bestätigte das Landgericht diese Entscheidung im Hauptsachverfahren (Urteil vom 04.12.2019,; 34 O 33/19) und stellte erneut fest, dass die getätigten Aussagen zulässig seien. Auch nach weiterer Prüfung blieb das Landgericht insbesondere dabei, dass der Vorwurf der Standardunterschreitung weder herabwürdigend noch sonst wie unzulässig sei,sondern das Geschäftsmodell von DrSmile wahrheitsgemäß beschreibe.


„Nach diesen Entscheidungen“, so Dr. Köning, „wird sich nicht nur jeder Patient, sondern auch jeder Zahnarzt die Frage stellen müssen, ob er bei diesen Unternehmen gut aufgehoben ist. Kieferorthopädie ist eben doch anspruchsvoller, als ,ein paar Zähne gerade zu rücken' und gehört deshalb in die Hand des Spezialisten.“

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier.

BDK-App ist online

Der BDK auf Ihrem Mobilgerät!

Mit der neuen App sind Sie stets auf dem Laufenden. Post aus Berlin, BDK.Info, Mustertexte und andere Informationen finden unsere Mitglieder nun auch auf Ihrem Handy oder Tablet.

Laden Sie die die BDK-App für iOS oder Android direkt hier herunter:


BDK-App für iOS                   qrcode BDK App iOS


BDK App für Android            qrcode BDK App Android

LG Düsseldorf bestätigt Kritik: Zahn-Schienen Start-up Dr.Smile: Unterschreitung des kieferorthopädischen Standards bei Diagnostik und Therapie

Aligner-Start-ups, also Unternehmen, die „Zahn-Schienen (Aligner) zum günstigen Preis“ anbieten und dabei meist keine oder kaum fach-/zahnärztliche Behandlung bieten, stehen derzeit in der öffentlichen Kritik. Dieser schloss sich auch Dr. Hans-Jürgen Köning an, 1. Bundesvorsitzender des Berufsverbands der Deutschen Kieferorthopäden e.V./BDK. Im Leitartikel des Mitgliedermagazins seines Verbandes BDK.info 5/2018 schrieb er in aller Deutlichkeit: „Die Behandlungen der Partnerzahnärzte […] stellen eine eindeutige Standardunterschreitung bei Diagnostik und Therapie dar.“ Das Start-up Dr.Smile setzte sich zur Wehr, empfand den Artikel als „wettbewerbswidrig, herabsetzend, verunglimpfend“ und leitete gerichtliche Schritte ein. Ohne Erfolg: Das LG Düsseldorf bestätigte nun mit Urteil vom 14.03.2019 (Az.: 34 O 1/19): Die geäußerten Passagen seien keine Schmähkritik. Vielmehr beschreibe Dr. Köning „wahrheitsgemäß das Geschäftskonzept“ von Dr.Smile.

Kritik des Bundesrechnungshofs - Partiell nachvollziehbar, weitgehend jedoch unverständlich

Stellungnahme des Berufsverbandes zur Kritik des Bundesrechnungshofs an kieferorthopädischen Behandlungen

Wechsel an der Spitze des BDK

Mitgliederversammlung wählt in Bonn neuen Vorstand

Am 12. Oktober 2017 wählten die Mitglieder des Berufsverbands der Deutschen Kieferorthopäden e.V. in Bonn einen neuen Bundesvorstand. Dr. Gundi Mindermann, die zwölf Jahre an der Spitze des BDK stand, schied auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen